Samstag, 21. Oktober 2017
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Aus unserer Geschichte

Die Geschichte der FF Klaffenbach führt  uns zurück in das Jahr 1879, in dem unsere Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde.

Das Feuer ist einer der ältesten Freunde, aber auch einer der ältesten Feinde des Menschen. So segenreich es ist, wenn seine Wirkung unter sorgsamer Aufsicht für die Menschen nutzbar gemacht wird, so sehr kann es verheeren und zerstören, wenn Unachtsamkeit und Leichtsinn oder Naturereignisse und Unglücksfälle sein ungehemmtes Ausbreiten verursachen und begünstigen. Das Feuer bringt Schmerz und Verlust, aber es bereitet auch Wärme und Wohlstand. Zu allen Zeiten sind die Verhütung und Bekämpfung von Bränden eine der vordringlichsten Aufgaben jedes Gemeinwesens. So fanden sich auch in Klaffenbach bereits weit vor der Gründung der freiwilligen Feuerwehr mutige Männer organisiert zusammen, um konzentriert verheerenden Unwettern und Bränden zu begegnen. Am 27. Oktober 1879 kam es offiziell zur Gründung der Freiwilligen Ortsfeuerwehr in Klaffenbach. Zu den Gründern gehörten, um nur einige zu nennen, Oskar Eichler - Steigerzugführer, Theodor Eckhardt - Pionierzug, Reinhard Landrock - 1. Spritzenmeister, Louis Bäsler vom Spritzenzug und Wilhelm Lämmel von den Samaritern. Bereits am 14. Oktober 1887 wurde die erste Feuerlöschordnung im Ort vom damaligen Gemeindevorstand Herrn Joh. Weigel erlassen, die dann am 9. Februar 1888 von der königlichen Amtshauptmannschaft zu Chemnitz genehmigt wurde. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung wurden mit 30,00 Mark oder 14 Tagen Haft bestraft.

Um 1896 bekamen die Kameraden der Ortsfeuerwehr die ersten Feuerwehrpässe ausgestellt. Die Mitgliedsstärke der Wehr belief sich um die Jahrhundertwende auf etwa 50 Kameraden.


 

Die Jahre 1900-1945

Neben der bereits vorhandenen Handdruckspritze wurde 1914 durch die Gemeinde eine Schiebeleiter angeschafft.
Am 1. Mai fand die Gerätehausweihe in der Hauptstraße 82 statt, es war das dritte Haus, welches bezogen wurde in der Geschichte der Wehr.

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Dazu kam noch der Steigerturm im Grundstück der Hauptstraße 120. Dieser Turm, eine Ehrengabe des Herrn Emil Hähnel, wurde später auch zum Feuerwehrplatz umgesetzt und erneuert.
Zum 50-jährigen Jubiläum am 6. und 7. Juli 1929 bekam die Wehr eine neue Motorspritze, die nach dem Festzug auch gleich der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Schirmherr dieses Jubiläums war der Bürgermeister Herr Martin, der auch zugleich Ehrenvorsitzender war. Die Leitung der Feuerwehr lag in den Händen des Hauptmannes Emil Seltmann und des Brandinspektors Max Landrock. Bereits drei Jahre später wurde zu der vorhandenen Motorspritze ein Löschfahrzeug Typ Presto von der damaligen Bremer Chemischen Fabrik übernommen und damit die Einsatzbereitschaft wesentlich erhöht.

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Eine große Ehre und Freude für die freiwillige Feuerwehr des Ortes war die Teilnahme einer Abordnung am Sächsischen Feuerwehrtag 1937 in Löbau. Bereits 1936 erhielt die Wehr wieder ein neues Löschfahrzeug von der Fa. Robert Arnold, einen PKW Horch - gebaut in Zwickau. Der alte Presto war beim Feuer im Rittergutschloss abgefroren.

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Der PKW Horch diente den Kameraden der Ortsfeuerwehr treu und redlich bis 1960.


Die Jahre 1946-1990

Nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1945 waren noch 21 Kameraden in den Reihen der Wehr verankert. Diese Mitgliederzahl stieg bis zum 75-jährigen Jubiläum auf 29 an. Bei diesem Fest bezog die Wehr die Fahrzeughallen, die auch heute noch die Technik beherbergen. Im Jahre 1957 wurde auch eine Brandschutzgruppe gegründet, welche aber noch ausschließlich aus Männern bestand. Ihr gehörten neben älteren Kameraden der Feuerwehr auch Handwerker an. Man hatte die Wichtigkeit des alten Spruches ?Vorbeugen ist besser als Heilen? auch auf dem Gebiet des Brandschutzes erkannt. Die 12 Männer führten Kontrolltätigkeiten aus und standen unter der Leitung des Kameraden Willi Ahner.
1964 gesellte sich eine Frauen-Brandschutzgruppe unter der Leitung der Kameradin Erika Uhlig dazu. Diese Gruppe umfasste fortwährend 10 - 14 Frauen, die ihre Arbeiten ebenfalls im vorbeugenden Brandschutz verrichteten. Die Gründerinnen der Gruppe waren die Kameradinnen Uhlig, Landrock, Albrecht, Geigenmüller, Klitzsch und Gerschler. Frauen also, deren Männer ebenfalls schon jahrzehntelang treu für das Allgemeinwesen ihre Pflicht


 unter dem Motto   Einer für Alle - Alle für Einen!   erfüllten.


1960 wurde der PKW Horch wegen Ersatzteilmangel ausgesondert. Hinzu kam ein Mannschaftswagen vom Typ K 27, der 1967 umgebaut wurde. Dieses Fahrzeug bekam einen Originalaufbau vom Typ LF 8, gefertigt in den 50-er Jahren in Zittau, und einen stärkeren Motor, den K 30. Somit besaß die Ortswehr erstmalig in ihrer Geschichte ein Original-Löschfahrzeug. Der Umbau dieses Löschfahrzeuges wurde von den Kameraden selbst durch zahlreiche freiwillige Stunden durchgeführt. Ein großer Fortschritt bezüglich der Verbesserung der Ausrückezeiten war der Umbau des Gerätehauses von 1964 bis 1967. Unter der Leitung des damaligen Bauherrn Fritz Wächtler, heute Wächtler Bau GmbH, wurden über den Fahrzeughallen vier Wohnungen für die Familien der Kameraden Heinz Uhlig, Wolfgang Hübner, Kurt Geigenmüller und Hans Albrecht eingebaut. Viele Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit wurden von den Kameraden eingebracht. Die Einweihung des umgebauten Gerätehauses sowie des Löschfahrzeuges fand im Juli 1967 durch den damaligen Bürgermeister Herrn Wohlrabe statt.
Vom 22. bis 24. Juni 1979 beging die Freiwillige Feuerwehr Klaffenbach mit einem Mitgliederstand von 29 Kameraden und 13 Kameradinnen und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung das 100-jährige Jubiläum.

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1983 erhielt die Wehr ein Tanklöschfahrzeug TLF 15 - S 4000, Baujahr 1967, vom damaligen Mineralölwerk und 1986 ein fabrikneues Löschfahrzeug vom Typ LF 8 / 8 -STA - Robur, wobei das alte LF 8 ausgesondert wurde.

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Die Zeit seit 1990 bis Heute

Das Jahr 1990 brachte im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung Deutschlands Veränderungen im Brand- und Katastrophenschutz mit sich. Unter neuen rechtlichen Bedingungen erhöhten sich die Anforderungen auch an die Wehr in Klaffenbach, insbesondere auf dem Gebiet der technischen Hilfeleistung. Auch die Alarmierung verbesserte sich wesentlich durch die Einrichtung von Funkmeldesystemen. Seit 1992 erhielten schrittweise alle Kameraden Funkmeldeempfänger. Bedingt durch die neuen Einsatzkriterien wurden neue Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände beschafft, so u. a. Einsatzbekleidung, Notstromaggregat mit Beleuchtungssatz, Kettensäge. Bereits im Jahre 1991 bekam die Einsatzabteilung ein Kleinlöschfahrzeug Typ B 1000 von der Werksfeuerwehr Konsument. 1995 rüsteten es die Kameraden für die technische Hilfeleistung um.
1991 wurde unser Gerätehaus umgestaltet. Mit dem Einbau von Waschraum, Dusche, Toiletten, einer kleinen Küche sowie Schulungsraum entstanden Bedingungen für zeitgemäße Feuerwehrarbeit.

1993 wurde die Entscheidung getroffen, den nun schon betagten Steigerturm zu rekonstruieren. Die Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung sowie der Bauhof und Firmen des Ortes mühten sich redlich und machten wieder ein ansehnliches Bauwerk daraus. Der eingebaute elektrische Aufzug verbesserte die Nutzung als Schlauchtrockenturm. Pünktlich zum 115-jährigen Jubiläum im Oktober 1994 übergab ihn Bürgermeister Herr Armin Donner seiner künftigen Nutzung.

An dieser Stelle sei eingeflochten, dass der Bürgermeister seit Beginn seiner Amtszeit stets eng mit der Feuerwehr zusammenarbeitete und sich rege für den Brandschutz in der Gemeinde einsetzte.

In den Jahren 1994 - 1997 war die Zugehörigkeit der Wehr zu Land- bzw. Stadtkreisen und deren Feuerwehrverbänden einigen Veränderungen unterworfen. Nach dem die Wehr 1994 von Chemnitz/Land nach Stollberg/Erzgebirge wechselte, kam 1997 mit der Eingemeindung des Ortes nach Chemnitz ein weiterer Wechsel hinzu. Die Zusammenarbeit im Verband der Feuerwehr Chemnitz mit Berufsfeuerwehr und freiwilligen Feuerwehren der Stadt gestaltet sich stets kameradschaftlich.

 

 

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Ende 1997 wurde der B 1000, Baujahr 1968, ersatzlos ausgesondert. Das LF 8 - Robur baute man nun für die Spezialtechnik um und stufte es als Hilfsrüstwagen ein.
Im Mai 1998 hatte dann das TLF - S 4000 als Einsatzfahrzeug ausgedient und wurde als Veteran in den Ruhestand geschickt. Am 28. Mai 1998 übergab Bürgermeister der Stadt Chemnitz, Herr Brehm, der Einsatzabteilung ein neues LF 8/6 auf MB 917. Mit diesem Fahrzeug wurde die Schlagkraft der Wehr bei Bränden und Hilfsleistungen entscheidend erhöht.

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Anfang 1999 mussten der Hilfsrüstwagen und die beiden Anhänger STA und TSA ausgesondert werden. Die Feuerwehr Chemnitz ersetzte diese Fahrzeuge aufgrund der guten Nachwuchsarbeit der Wehr durch ein MTF - VW T4 Syncro. In den Jahren 1993 bis 1999 konnte die Mitgliederstärke um acht Kameraden wieder auf 40 Kameradinnen und Kameraden erhöht werden.
Das Jahr 2000 und damit der Beginn des neuen Jahrtausends brachte für die Wehr keine wesentlichen Veränderungen bzw. Neuerungen. Seit unserer Eingemeindung schulen sich die Kameraden für den Einsatz bei Gefahrgutunfällen. Dieses Wissen und Können war am 03. Juni 2000 erstmals im Einsatzfall anzuwenden, als es in einer chemischen Aufbereitungsanlage zu einer starken Verpuffung kam und die Betriebsstoffe austraten.
Wir ehrten in diesem Jahr die Kameraden Kurt Geigenmüller und Günther Landrock für ihr 50-jähriges Feuerwehrjubiläum. Das Jahr 2002 brachte im August eine schwere Aufgabe. Nach starkem Regen trat die Würschnitz am 12. August über ihre Ufer und überschwemmte das ganze Tal. Im Wasserschloss sowie auf der Würschnitztalstraße/ Klaffenbacher Straße war Land unter. Bis zum 15. August waren die Kameraden unterwegs, um betroffenen Bürgern zur Seite zu stehen, Keller und Höfe leerzupumpen. Das Wasserschloss und das Fahrzeugmuseum waren besonders schwer betroffen, bis zu einem Meter hoch stand in den Gebäuden das Wasser.
Gegen Ende des Jahres 2003 wurde ein neuer Brandschutzbedarfsplan der Stadt Chemnitz beschlossen. Dieser enthielt für die Freiwilligen Feuerwehren bedeutende Veränderungen, welche aus Gründen der Finanzlage der Stadt angeordnet wurden. So wurde unter anderem die maximale Einsatzdienststärke auf 22 Mann begrenzt. Diese Maßnahme hatte natürlich auf die weiter Übernahme und Ausbildung der jungen Kameraden, die aus der Jugendfeuerwehr hervorgebracht werden, sehr negative Auswirkungen, da sie erst auf einen freien Platz warten müssen. Die Arbeit der Jugendfeuerwehrwarte trägt somit nur begrenzt Früchte.
Im 125. Jubiläumsjahr 2004 betrug die Stärke der FF Klaffenbach 37 Kameradinnen und Kameraden, sowie 14 Mitglieder in der Jugendeuerwehr. Mittelfristig ist für die Wehr der Bau eines neuen Gerätehauses eingeordnet, da aus baulichen und arbeitsschutztechnischen Mängeln, das heutige Gerätehaus den modernen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Zu Hoffen bleibt, dass der geplante Zeitpunkt nicht noch weiter in die Ferne gerückt wird.

Tags: Feuerwehr

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